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Umfragesysteme auf Basis mobiler Endgeräte -
Untersuchung der Mehrwerte gegenüber papierbasierten und
Online Fragebögen auf stationären Geräten

- Diplomarbeit -




Vorgelegt dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

der Goethe-Universität Frankfurt

Institut für Wirtschaftsinformatik

Professur für M-Business and Multilateral Security

Prof. Dr. Kai Rannenberg

 

von:    This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Betreuer:                      Dipl.-Wirt.-Inf. Markus Tschersich

Gutachter:                    Prof. Dr. Kai Rannenberg

 


Abstrakt (DE)

Mobile Endgeräte werden seit langem für Befragungen als Alternative zu Papier- und Online-Fragebögen genutzt. Eine geringe Verbreitung und die komplizierte Bedienung schränkten die Rolle dieser Geräte hauptsächlich auf die Unterstützung Interviewer-geführter Befragungen ein. Mit wachsenden Marktanteilen der aktuellen mobilen Generation (z.B. Android-Smartphones) muss die Tauglichkeit für selbstadministrierte Befragungen geprüft werden, zumal die integrierten Sensoren einen zusätzlichen Mehrwert darstellen könnten. Nach einer Gegenüberstellung verschiedener Aspekte von Umfragesystemen werden die Grundlagen empirischer Befragungen in dieser Diplomarbeit skizziert. Anschließend wird aus den erarbeiteten Informationen und den technischen Möglichkeiten aktueller Smartphones ein XML-Schema zur Beschreibung komplexer Fragebögen für mobile Endgeräte entwickelt. Die Umsetzung in die Praxis zeigt einen auf das Schema aufbauenden Prototypen, der in einem Feldversuch den Vergleich mit Papier- und Online-Fragebogen antreten musste. Die aus den Umfragen gewonnenen Daten zeigten trotz einiger Nachteile eine Bereitschaft der Probanden an weiteren Befragungen auf mobilen Endgeräten teilzunehmen. Auch wenn das grundlegende Problem der kleinen Anzeigefläche und einem höheren Zeitbedarf im Vergleich zu den etablierten Befragungsformen vorhanden ist, sollten aktuelle Mobilgeräte den Vergleich nicht scheuen. Eine selbst für Ungeübte intuitive Bedienung und die zeit- und ortsunabhängige Verwendung bewirkt eine höhere Motivation zur Teilnahme. Außerdem können diese Geräte Befragungen mit zusätzlichen Daten, wie Fotos, Position oder Helligkeit anreichern. Insbesondere eine Kombination der Sensordaten kann trotz der eingeschränkten Genauigkeit ein Lagebild im Augenblick der Befragung festhalten. Aber auch sensitive Informationen des Probanden können leicht ausgespäht werden, weshalb vertrauensbildende Maßnahmen geschaffen werden müssen - schließlich ist in Zukunft mit einem verstärkten Einsatz mobiler Umfragesysteme zu rechnen.

 


Abstract (EN)

Mobile devices have been used for questionnaires as an alternative to paper-and-pencil surveys and online questionnaires for a long time. A limited distribution and the relatively complicated operation of these devices restricted their usage primary to a supporting role for interviewer-guided surveys. A growing market share of current-generation mobile devices (eg Android smartphones) must be tested concerning their suitability for self-administered surveys. Especially the integrated sensors might bear an added value. The investigation of survey systems on current mobile devices in this thesis starts with a comparison of various aspects of survey systems followed by outlining the fundamentals of empirical studies. Acquired information in combination with the technical capabilities of current smartphones is then used to develop a XML schema describing complex questionnaires on mobile devices. Based on that schema a prototype application is built, which is field-tested afterwards by comparing it with paper and online questionnaires. The findings of the survey showed, despite some disadvantages, that survey systems for mobile devices are well accepted by the participants. Even if the fundamental problem of a small display and higher time requirement per survey in comparison to the established survey forms exists, mobile systems will be highly competitive. A higher motivation for participation is due to an intuitive control concept - even for inexperienced users - and the possibility using such a system regardless of time and place. Additionally, these devices are able to augment surveys adding supplementary data, such as photos, position, brightness and temperature. In particular, a combination of sensor data may deliver indications of the situation during the survey. But also sensitive information of the subject can be extracted easily, so confidence-building measures need to be established - after all an increase in mobile survey systems can be expected in the future.

 


Inhaltsverzeichnis

 

Abstrakt

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1       Einleitung

1.1      Motivation

1.2      Problemstellung

1.3      Zielsetzung und Lösungsansatz

2       Umfragesysteme

2.1      Befragungsformen und Kommunikationsmedien

2.2      Überblick über Umfragesysteme

2.3      Mobile Umfragesysteme

3       Grundlagen der empirischen Befragung

3.1      Quantitative und qualitative Methoden

3.2      Theorieentwicklung

3.3      Fragearten

3.4      Aufbau eines Fragebogens

3.5      Qualität und Gütekriterien

3.6      Fehlerquellen

3.7      Datenschutz, Anonymität und Vertraulichkeit

4       Fragebogen-Schema für mobile Umfragesysteme

4.1      XML-Grundlagen

4.1.1     XML Baukasten

4.1.2     Regeln zur Wohlgeformtheit

4.1.3     Dokumententypdefinition (DTD)

4.1.4     XML-Schema

4.1.5     XML-Verarbeitung

4.2      Vorhandene XML-Schemata für Umfragen

4.3      XML-Schema für mobile Umfragesysteme

4.3.1     Struktureller Aufbau

4.3.2     Grundlegende Fragetypen

4.4      Zusätzliche Fragetypen zur Sensornutzung

4.4.1     Kamerahardware: <media>

4.4.2     Positionsbestimmung: <location>

4.4.3     Sensordaten: <sensors>

4.4.4     Kommunikationsverbindungen: <connectivity>

5       Prototyp auf Android-Basis

5.1      Ökosystem des Prototypen

5.2      Android als Plattform

5.3      Konzept und Kurzvorstellung

5.3.1     Kernbestandteile des Prototypen

5.3.2     Fragetypen

5.3.3     Sensordaten

5.3.4     Transparenz und Datenschutz

6       Erprobung und Ergebnisse des Prototypen

6.1      Konzept und Aufbau

6.1.1     Struktur

6.1.2     Datenschutz und Privatsphäre

6.1.3     Testfragebogen

6.1.4     Vergleichsfragebogen

6.1.5     Abschluss

6.2      Durchführung

6.3      Zusammensetzung der Stichprobe

6.4      Ergebnisse

6.4.1     Gesamteindruck

6.4.2     Motivation zur Teilnahme an Befragungen

6.4.3     Unterscheidung nach Fragetypen

6.4.4     Sensordaten des mobilen Endgerätes

6.4.5     Datenpreisgabe und Vertrauen

6.4.6     Datenschutz und Privatsphäre

6.5      Resümee: Ergebnisse und Erkenntnisse

7       Ergebnisse und Ausblick

7.1      XML-Schema für Fragebögen auf mobilen Endgeräten

7.2      Ergebnisse des Prototypen

7.3      Mehrwert, Einschränkungen und Einsatzszenarien

7.4      Ausblick

Literaturverzeichnis

Danksagung

Ehrenwörtliche Erklärung

Anhang

 


Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grafische Übersicht über die Struktur der Arbeit

Abbildung 2: Kommunikationsformen von Befragungen mit Einordnung computergestützter Verfahren

Abbildung 3: Quantitative Umfrageformen im zeitlichen Verlauf

Abbildung 4: Beispiel eines XML-Schemas (XSD)

Abbildung 5: Grafische Darstellung eines XML-Schemas

Abbildung 6: Einordung von Fragen innerhalb des strukturellen Aufbaus eines queXML-Dokuments

Abbildung 7: Struktur der Zusatzdaten

Abbildung 8: Strukturelle Einordnung von Fragen

Abbildung 9: Schema und Beispiel für freien Text

Abbildung 10: Schema und Beispiel für feste Auswahl

Abbildung 11: Schema und Beispiel für Skalen

Abbildung 12: Beispiel der Transformation einer Frage des Typs „Feste Auswahl“ zum Typ „Skala“

Abbildung 13: Ausschnitt des XML-Schemas zur Kameranutzung

Abbildung 14: Ausschnitt des XML-Schemas zur Ortsbestimmung

Abbildung 15: Ausschnitt des XML-Schemas zur Sensornutzung

Abbildung 16: Struktur des Sensorlogs

Abbildung 17: Struktur und Beispiel für eine Helligkeitsmessung

Abbildung 18: Struktur und Codebeispiel zur Temperaturmessung

Abbildung 19: Struktur- und Koordinatendarstellung zum Lagesensor

Abbildung 20: Struktur- und Koordinatendarstellung zum Magnetfeldsensor

Abbildung 21: Schema der Daten aus einer Luftdruckmessung

Abbildung 22: Strukturelle Darstellung der Lautstärkenmessung

Abbildung 23: Übersicht über die Informationen der Kommunikationsgeräte des Mobiltelefons

Abbildung 24: Verbindungsinformationen

Abbildung 25: Struktur der Informationen aus dem Mobilfunkmodul

Abbildung 26: Struktur der Informationen zu umgebenden Funknetzwerken

Abbildung 27: Prototyp und Fragebogenarten im LimeSurvey-Ökosystem

Abbildung 28: Startbildschirm und Fragebogenauswahl

Abbildung 29: Fragenkopf mit Informationen zum Fortschritt der Befragung

Abbildung 30: Fragetyp freier Text, rechts mit eingeblendeter numerischer Tastatur

Abbildung 31: Fragetyp feste Auswahl - links Mehrfachauswahl, rechts einfache Auswahl

Abbildung 32: Fragetyp Skala - links mit Unterfragen, Mitte Einzelfrage, rechts im Querformat

Abbildung 33: Beispiel für aufgezeichnete Sensordaten

Abbildung 34: Fragetyp Ortsbestimmung vor und nach Benutzerinteraktion

Abbildung 35: Ansicht der Foto- bzw. Audiokommentar-Funktion

Abbildung 36: Informationen für den Befragten zu den erhobenen Daten

Abbildung 37: Evaluation des Prototyps

Abbildung 38: Kuchendiagramm der drei Gruppenverteilung für die Auswertung

Abbildung 39: Übersicht über die Bewertung der drei Varianten als Boxplots

Abbildung 40: Boxplots der gruppenweisen Vergleiche der Einstellung zur Sensornutzung

Abbildung 41: Boxplots der Lautstärkemessung mit den hervorgehobenen Befragungsorten  Restaurant (laut, orange) und Obstgrundstück (leise, grün)

Abbildung 42: Regression zwischen Batterietemperatur und extern gemessener Temperatur

Abbildung 43: Regression zwischen gefühlter und gemessener Temperatur

Abbildung 44: Regression der gemesseneren durchschnittlichen Helligkeit  (logarithmisch Aufgetragen) mit der vom Probanden empfundenen Helligkeit

Abbildung 45: Aufklärung und Interesse zur Datenerhebung des Prototypen

Abbildung 46: Beispiel für aufgezeichnete Sensordaten (--> Anhang H)

Abbildung 47: Gerätevielfalt – kleines und großes Smartphone, sowie Tablet

 


Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung selbst-administrierter Fragebögen
(Papier / Online / Mobil)

Tabelle 2: Vergleich zwischen Anwendung und Webseite auf mobilen Endgeräten

Tabelle 3: Vergleich von qualitativen und quantitativen Methoden

 


Abkürzungsverzeichnis

API                 Application Programming Interface
BDSG             Bundesdatenschutzgesetz
CAPI               Computer Assisted Personal Interview
CATI               Computer Assisted Telephone Interview
CSAQ             Computer Self-Administered Questionnaire
CDATA          Character Data
DOM               Document Object Modell
GPS                 Global Positioning System
HTML            HyperText Markup Language
ID                    Identifikator
MAC               Media Access Control
MDA               Mobile Digital Assistant
MID                Mobile Internet Device ("Tablet")
MMS              Multimedia Messaging Service
MSL                Main Sea Level ~ Normal Null
OS                  Operating System
PC                   Personal Computer
PDA                Personal Digital Assistant
PDF                Portable Document Format
QNH               Aktueller Luftdruck über MSL in Millibar
SAX                Simple API for XML
SDK                Software Development Kit
SGML             Standard Generalized Markup Language
SMS                Short Message Service
SSID               Service Set Identifier
VM                 Virtuelle Maschine
W3C               World Wide Web Consortium
WAP               Wireless Application Protocol
XML               eXtensible Markup Language

Im Rahmen der statistischen Auswertungen werden folgende Abkürzungen verwendet:
(… % ± …)     Mittelwert % ± Standardabweichung
?                     Männlich
?                     Weiblich
A                     Gruppe "Alt" (vor 1970 geboren)
J                      Gruppe "Jung" (nach 1970 geboren)
K                     Kein Smartphone
M                    Mobil-Version
O                     Online-Version
P                     Papier-Version
S                     Smartphone-Besitzer

 

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